Kostenrechnung & Controlling

Controlling & Kostenrechnung – mit Ausrichtung auf Prozesskostenrechnung

Steigende Komplexität von Geschäftsmodellen

Prozesskostenrechnung: Die Komplexität der Geschäftsmodelle vieler kleiner und mittelgroßer Unternehmen steigt stetig an. Dabei spielen Diversifikation, Technologiesprünge & Digitalisierung, neue Standorte, M&A-Transaktionen, Internationalisierung, Erweiterung der Variantenvielfalt und Ausbau von Service-, Wartungs- und Dienstleistungsgeschäft eine große Rolle. Diese steigende Komplexität erzeugt meist einen überproportionalen Anstieg der Gemeinkosten.

Es geht nachfolgend darum, die Komplexität von Geschäftsmodellen zunächst zu akzeptieren und gleichzeitig durch Rechnungswesen & Controlling ausreichend transparent und damit erst wirksam analysierbar und steuerbar zu machen.

Controlling – mit Ausrichtung auf Prozesskostenrechnung: Vorgehen in der Praxis

Bei der Prozesskostenrechnung handelt es sich um ein Verfahren der Kostenrechnung, mit dem eine verursachungsgerechte Verteilung der Kosten auf den Output (s. Projekte, Kunden, Produkte = mögliche Kostenträger) entsteht. Es gilt also, die echten Kostentreiber zu identifizieren und die Art der Kostenverursachung grundlegend zu verstehen und abzubilden. Die Verteilung von Kosten über beispielsweise ein- oder mehrstufige pauschale, nicht verursachungsgerechte Schlüsselungen (= Gemeinkostenzuschläge o.ä.), wie in klassischen Verfahren der Kostenrechnung üblich, erzeugt nur eine sinnfreie Scheingenauigkeit.

Die Prozesskostenrechnung wird auf Vollkostenbasis durchgeführt und unterscheidet in variable und fixe Kosten, die man auf den Output = Kostenträger verteilt. Ein solches Prozessdenken setzt voraus, dass die Abgrenzung relevanter Prozesse bereits bei der Struktur der Kostenstellen zwingend berücksichtigt wird. Ergänzend ist es sinnvoll, die relevanten kaufmännischen und technischen Prozesse, Kapazitäten und Auslastungen und Engpassfaktoren zu analysieren und zu dokumentieren.

Verursachungsgerechte Verteilung der Gemeinkosten

Einzelkosten sind nicht Gegenstand der Prozesskostenrechnung, da diese dem Output = Kostenträgern zuzurechnen sind. Die Gemeinkosten werden – abhängig von den Kostentreibern pro Prozess / Kostenstelle – verursachungsgerecht verteilt. Die so ermittelten Prozesskosten je Output stehen immer auch in Abhängigkeit von der Kapazitätsauslastung der einzelnen Prozesse / Kostenstellen. D.h., dass Analysen zur Veränderung von Prozesskosten über mehrere Zeiträume auch immer abhängig sind von der Auslastung der jeweiligen Kapazitäten.

Gleichzeitig ist es sinnvoll, in Vorbereitung auf den Aufbau einer Prozesskostenrechnung, die Grundlagen dafür in Buchhaltung und Rechnungswesen konsequent zu standardisieren:

  • wer ist für welche Prozesse / Kostenstellen verantwortlich
  • für welchen Prozesse / Kostenstellen sind die Kosten entstanden (echte Verursachung als einziges Kriterium für buchhalterischen Zuordnung)
  • welche Kennzahlen sind für welche Prozesse / Kostenstellen sinnvoll herzuleiten
  • Vereinheitlichung der Reporting- und Planungsstrukturen für alle Prozesse / Kostenstellen
  • Standardisierung des Kontenplans, der für alle Prozesse / Kostenstellen anzuwenden ist.

Allgemeine Grundlagen

Unsere Publikationen sollen in komprimierter Form die Brücke schlagen von der Theorie zur konkreten betrieblichen Anwendung. Aber vor allen Dingen zum Nutzen für Unternehmen und Unternehmer.